Kulturgüterschutz Fachtagung 2011





 
Rino Büchel, Chef KGS / BABS stellt das neue KGS Inventar vor
Brandereignisse oder Überschwemmungen führen leider immer wieder zu Totalverlusten wertvoller Kulturgüter. Der Einladung der SGKGS zur diesjährigen Kulturgüterschutz Fachtagung folgten Fachleute aus den Bereichen Museum / Sicherheit, Zivilschutz, Restaurierung / Konservierung, Informatik sowie Hochschuldozenten. 

Vorgestellt wurden u.a. von Peter Ritschard / GEOCOM Informatik eine neue Informatikanwendung auf GIS Basis, angelehnt an das bei den Feuerwehren verwendete FIRE-GIS, welches die Einsatz- und Notfallplanung im Kulturgüterschutz vereinfacht und unterstützt. Simon Schweizer, Leiter Depotverwaltung und Sicherheit im Bernischen Historischen Museum unterstrich in seinem Referat die Bedeutung präventiver Konservierung, welche einen bedeutenden Beitrag zur Schadenminderung im Notfall leisten könne. Nach dem Schadenfall 2005 (Aussendepot in Thun) hat das Bernische Historische Museum sehr grosse Anstrengungen unternommen, die Sicherheit durch eine Reduktion und qualitative Verbesserung von Depotstandorten zu erhöhen.  
         In seinem packenden Referat verwies Markus Fritschi, CURESYS AG auf die Bedeutung verborgener Sicherheitsmängel. Notfallplanungen erfordern ein sehr genaues Hinschauen und gute Kenntnis der Objekte, denn oft würden aus ästhetischen Gründen Baumängel oder gefahrbringende Installationen kaschiert.  
Gerade auch schwer zugängliche Stellen sollten inspiziert werden.
  Peter Hostettler stellte einen ersten Entwurf eines Fragebogens zur Risikobeurteilung zur Diskussion. Nach Ansicht einiger Experten sei noch genauer anzuschauen, an wen man sich richten möchte. Ein strukturiertes Dokument könnte jedoch gerade auch geschulten Laien (z.B. KGS Spezialisten des Zivilschutzes) helfen, gemeinsam mit Verantwortlichen von kleineren oder mittleren Kulturgütern eine Analyse und Massnahmenlanung ihres Kulturguts an die Hand zu nehmen.

Markus Dick stellte die Datenbank-Software für Museen oder andere Kulturgutinstitutionen vor, welche von der Fima adlibsoft entwickelt wurde. Dieses Tool kann relativ einfach mit anderen Anwendungen verknüpft werden und erlaubt eine sehr gute Erfassung und Verwaltung von Sammlungsbeständen.

Wolfgang Rückerl präsentierte die Möglichkeiten der Kameraüberwachung zur Verhinderung von Vandalismus, Sachbeschädigung oder Diebstahl in Ausstelklungräumen, welche von der Firma Dallmeier entwickelt wurden.

Die am Vormittag präsentierten Themen wurden anschliessend in parallel geführten Workshops vertieft.

Einmal mehr kamen sehr rege und interessante Diskussionen zustande, wehalb die nächste KGS Fachtagung bereits vorgeplant ist: sie findet am Donnerstag, den 26.Januar 2012 wiederum in Thun statt.