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Mitten im Goms, auf 1'290 Metern über Meer, liegt Blitzingen, eingebettet in seine vier Weiler.
Die heutige Gemeinde Blitzingen umfasst fünf Dorfschaften: Blitzingen, Bodmen, Wiler, Ammern und Gadmen. Die Region war schon in vorhistorischer Zeit bewohnt. Zur Zeit Karl des Grossen gehörte die Bevölkerung einem deutschen Stamme an, was aus dem Wortende -ingen hervorgeht. Urkundlich zum ersten mal erwähnt wird Blitzingen 1347.

Alle diese Dorfschaften werden ausdrücklich als Gemeinden bezeichnet. So klein die Dörfchen auch waren, sie haben ihre Selbständigkeit bewahrt, bis die Kantonsverfassung von 1848 zur Verschmelzung geführt hatte. Seit dem 11. Jahrhundert gehörte Blitzingen zum Meiertum und Vizedominat von Ernen. Die fünf Gemeinden von Blitzingen bildeten zusammen mit Niederwald und Rottenbriggen den obersten Viertel der Grosspfarrei Ernen. Der wie eine Kanzel mit Sicht auf Ober- und Untergoms ins Tal vortretende "Chaschtebiel" war von alters her Versammlungsort des ganzen Zenden Goms, wo Bannerherr und Weibel gewählt wurden. 1616 trennte sich dieser Viertel von der Mutterkirche in Ernen los worauf Blitzingen 1877 eine eigene Pfarrei gründete.
Das Dorf Blitzingen brannte in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1932 nieder, worauf es binnen eines Jahres wieder aufgebaut wurde. Vom Dorfbrand verschont blieben neben wenigen Häusern einzig die Kirche und die Dorfpartie "Geren". Nach der Errichtung des neuen Dorfes sollte Blitzingen wieder als "Walliser Dorf" erstehen. Aus Blitzingen stammt die Hotelierfamilie Seiler. Das Seilerhaus war jedoch auch ein Opfer des Dorfbrandes.

Abseits der Strasse liegt verträumt und von der Hochkonjunktur kaum berührt, das Dörfchen Bodmen bei Blitzingen. 1339 wird Bodmen urkundlich erstmals erwähnt. 1347 kaufte sich Bodmen von allen Abgaben und Dienstleistungen los. Bis 1848 war Bodmen eine selbständige Gemeinde und hatte eigene Wälder, Allmeinen und Alpen. Von der einstigen Eigenständigkeit zeugen die erhaltenen Nutzbauten wie Speicher, Backhaus, Waschhaus, Mühle und die "Teilchammera" (Teilkammer).

Auf einer fallenden Terrasse des rechten Talhanges liegt der anmutige Weiler "Wiler" - einer der schönsten des Goms. Die S-förmig aufgereihten Nutzbauten schirmen die drei Häuser vor der "Willer-Lowwine" ab. Am oberen Ende des Weilers steht die woh noch aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Andreaskapelle, ein einfacher Sakralbau mit gemauertem Glockenjoch über dem Frontgiebel.1737 richtete eine Lawine in Wiler grossen Schaden an. Auch die Winter 1816 - 1818 brachten Unheil über das Dörfchen Wiler. 1845 verschüttete eine Lawine 19 Personen, von denen jedoch 12 noch gerettet werden konnten.

Gadmen ist der mittlerste Weiler nördlich von Blitzingen und wird 1371 erstmals urkundlich erwähnt. Gadmen windet sich S-förmig den sanften Talhang herab. Bei dieser kleinen, aber schmucken Siedlung ist der Kontrast zwischen dem mächtigen Haus in der westlichen oberen Ecke und den kleinen Nutzbauten noch augenfälliger als beim Wiler.
Das abseits oberhalb des Weilers stehende Heilig-Kreuz-Kapellchen ist 1808 neu errichtet worden. In der Kapelle werden fünf kunstvolle Medaillons mit Reliefs von Rosenkranzgeheimnissen aufbewahrt: Verkündigung, Darstellung im Tempel, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten.

Der Weiler Ammern hat seinen Namen vom früheren Ammoltern, was soviel wie wilde Kirschen hiess. Ammern wurde in der Geschichte 1374 erstmals erwähnt. Ammern schmiegt sich in eine Hangmulde der Westflanke jenes Sporns, der westlich vom "Chastebiel"-Rücken vortritt. Die Siedlung erstreckte sich einst mit Blick nach Südwesten weit über den Hang hinab. Später wurde die Siedlung zu einem eindrücklichen privaten Freilichtmuseum ausgebaut, wobei der Ring der Gebäude um den freien Innenraum mit verschiedenen Typen von Nutzbauten aus der Umgebung noch enger geschlossen wurde.
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